Gelb aus Überzeugung

Laudatio von Wolfgang Just zum 2. Preis an David Mache

Den prämierten Text finden Sie hier: Blau-gelb aus Überzeugung

Mit seinem Artikel „Blau-Gelb aus Überzeugung“ legt David Mache am 28.5.2011 in der Braunschweiger Zeitung einen Bericht über den westlichsten Zipfel des alten Braunschweiger Landes, direkt an der Weser gelegen, vor.

Er zeichnet das freundliche Bild des Ortes Rühle mit seiner zauberhaften Umgebung und seinem ländlichen Charme. Natürlich gilt der Blick besonders den sympathischen Menschen die dort leben und arbeiten. Der Leser erlebt die  Schaffenskraft, die Kreativität und die Heimatverbundenheit der “ Braunschweigischen Vereinigung“, einem Kreis von Frauen und Männern, der sich der welfischen Tradition verpflichtet fühlt und im wahrsten Sinne des Wortes die Ärmel  aufkrempelt und etwas für die Heimat tut. Nicht nur die Pflege bzw. die endgültige Fertigstellung eines Denkmals zu Ehren des Herzogs zu Braunschweig und Lüneburg hat sich diese Vereinigung zur Aufgabe gemacht.

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Geschichte eines Feuersommers: Das Glutjahr 1911

Laudatio von Jens Wortmann zum 3. Preis an Erik Westermann

Den prämierten Text finden Sie hier: Geschichte eines Feuersommers: Das Glutjahr 1911

Können Sie sich an den Sommer erinnern? Brütend heiß, glutheiß – wissen Sie noch? Nein, ich meine nicht den letzten Sommer, sondern den vor ein paar Jahren. Vor 100 Jahren. Den Sommer 1911. Er wurde auch der „Glutsommer“ genannt. Er fing im Grunde schon im März an, denn da begann die Dürre. „Der in Staub gesäte Hafer stand auch um Pfingsten noch so niedrig, dass sich kein Hase darin verstecken konnte.“ So beschreibt Erik Westermann diesen Sommer über dem Eichsfeld.

Westermann beschreibt diesen Sommer in Duderstadt, er beschreibt die Geschichte einer Verheerung. Denn gleich vier Mal suchte „der rote Hahn“, also die Feuerbrunst das beschauliche Duderstadt heim.

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Die Revolution in der Fußnote - Johann Friedrich Blumenbach

Laudatio von Ulla Borchard zum 1. Preis an Sven Grünewald

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Die Abbildung von fünf Schädeln und die Überschrift „Die Revolution in der Fußnote“ machen schon neugierig, bevor man den Text auch nur angelesen hat. Verfasst hat ihn Sven Grünewald, der bereits im vergangenen Jahr mit den 1. Preis der Alexander-Stiftung für seine Arbeit „Die Wiege der Luftraumforschung“ ausgezeichnet wurde. In seinem ausführlichen und vorzüglich bebilderten Artikel schildert er dieses Mal Leben und Wirken des Zoologen und Anthropologen Johann Friedrich Blumenbach, und beginnt (Zitat): „In einer Fußnote zur 4. Auflage des ‚Handbuchs der Naturgeschichte‘ tauchte der Hinweis auf, dass die Entstehung der Arten und sogar des Lebens an sich wahrscheinlich nicht Folge eines göttlichen Wunders seien, sondern von Naturgesetzen. Es war nicht irgendwer, der das 1791 sagte und damit ganz nebenbei ein theologisches Dogma untergrub.“ (Zitat Ende)

Blumenbach, 1752 in Gotha geboren, war zunächst Student in Jena. 1772 dann Wechsel nach Göttingen, Promotion und Professur. In dem geistig freien Klima der hiesigen Universität, deren theologische Fakultät kein Zensurrecht hatte, konnte der junge Wissenschaftler revolutionäre Ideen entwickeln und mithelfen, das theologische Schöpfungsdogma zu überwinden.

Johann Friedrich Blumenbach war einer der bedeutendsten Kritiker des damals herrschenden Glaubens an die Urzeugung und die Präformationslehre. Diese besagte, (Zitat) „ dass in dem von Gott geschaffenen ersten Exemplar aller Lebewesen sämtliche nachfolgenden Generationen bereits als vollständig entwickelte Individuen, wenn auch winzig klein, angelegt waren - wie in einer russischen Matrjoschka-Puppe.“ (Zitat Ende) Blumenbach bezweifelte das und formulierte ein Naturprinzip, das er „Bildungstrieb“ nannte. An Exemplaren des grünen Arm-Polypen aus einem Göttinger Teich bewies er, dass abgeschnittene Arme doch wieder nachwuchsen. Und aus Studien an Embryonen und Untersuchungen von Fossilienfunden folgerte er, so der Autor, dass es nicht eine einmalige Schöpfung gab, sondern dass Arten aussterben und sich dann neue bilden können. Das war eine These, die im ausgehenden 18. Jahrhundert eigentlich undenkbar war, hatte Gottes Schöpfung doch einen Vollkommenheitsanspruch.

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