Laudatio von Achim Block

P1050754In seiner "Zeitreise" genannten Serie lenkt das Göttinger Tageblatt mit Hilfe von Zeitzeugen den Blick auf vergangene Ereignisse unserer Stadt und Region. So hat Frau Katharina Klocke in den Sonnabendausgeben vom 18.und 25. August 2012 "Die Geschichte einer Partnerschaft" zum Thema genommen und damit auf die 40 Jahre zurückliegenden Anfänge der Partnerschaft z wischen Göttingen und Torún neu aufmerksam gemacht. In großen Zügen und mit kleinen anekdotischen Beiträgen von Personen, die damals am Zustandekommen der Verbindung mitgewirkt haben, ruft sie in Erinnerung, wie schwierig es zuerst war, offizielle Beziehungen zwischen den Städten herzustellen, und wie sich dann das Verhältnis doch gut entwickelt hat.

Zu Beginn der 1970er Jahre, in politischer Ost-West-Spannung des sog. Kalten Krieges, gab es auf beiden Seiten starke Hindernisse gegen eine freundschaftliche Verständigung deutscher mit polnischen Kommunen. Auf deutscher Seite bremsten da Flüchtlingserfahrungen mit Heimatverlust und festgefahrenes politisches Kalkül, auf polnischer Misstrauen und zentrale Kontrolle aller Westkontakte durch das kommunistische Regime. Aber beherzter Wille von Leitfiguren vor Ort und die versöhnlichen Wirkungen vorausgehenden kulturellen Austauschs (hier ist besonders das Theater zu nennen, aber auch die Bildende Kunst) brachten dann doch 1978 einen offiziellen Partnerschaftsvertrag zustande.

Weiterlesen: 2013 - Katharina Klocke: Zeitreise - Geschichte der Städtepartnerschaft Göttingen - Torún

Laudatio für Frau Deike Diening von Sven Grünewald

„Ahn und Ähnlichkeit“, erschienen im Tagesspiegel am 4. Februar 2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

wer sind wir, wo kommen wir her? Ein Jeder als Individuum, wir alle als Kultur – die Geschichtswissenschaft und die Namensforschung ziehen einen großen Teil ihrer Faszination aus dieser Frage.

P1050749Zum Beispiel: Vor 1000 Jahren wurde Island besiedelt – eine ungemein spannende Zeit. Vor 2000 Jahren, mehr oder weniger, wurde Jesus geboren – eine ungemein folgenreiche Zeit. Und vor 3000 Jahren, als die Pyramiden schon alt waren, lebte eine Gruppe Bronzezeitler in der Nähe der Lichtensteinhöhle nahe Osterode, die Höhle diente als Familiengrabstätte – ein eher unspektakuläres Ereignis?

Südniedersachsen bringt ja immer mal wieder bundesweite Schlagzeilen hervor – im Guten wie im Schlechten, seien es Organspendeskandale oder eben Faszinosa wie der Fund in der Lichtensteinhöhle, der über eine DNA-Probe von Manfred Huchthausen aus Förste schlagartig berühmt wurde. „Wie standen auch die Chancen, dass sich in seiner Mundhöhle eine Verbindung zur Lichtensteinhöhle herstellen ließe?“, schreibt die Autorin. Die vermutlich ältesten Familienbande weltweit waren gefunden. Seit 2007 beeindruckt dieser Umstand, dass nach 3000 Jahren immer noch Nachfahren neben den Vorfahren wohnen.

Weiterlesen: 2013 - Deike Diening: Ahn und Ähnlichkeit

Laudatio von Heinz Peter Lohse auf die Gewinnerin des zweiten Preises

P1050743Sehr geehrte Damen und Herren,

Göttingen und die Universität - dieses Paar hat sich in den vergangenen 275 Jahren zu beiderseitigem Wohl entwickelt. Göttingen ohne Uni? Stellen Sie es sich vor: Ein Städtchen an der Leine, sicher ganz reizvoll. Aber sonst? Etwas würde fehlen. Die Universität ohne Göttingen? Vielleicht hätte sie das Schicksal einer anderen Universität, gar nicht weit von hier, der Academia Julia Carolina, geteilt. In Gandersheim als Pädagogium Illustre gegründet, war sie 1576 - fast 160 Jahre vor Einrichtung der Göttinger Universität - nach Helmstedt verlegt worden. Sie entwickelte sich mit rund 500 Studenten jährlich schnell zur drittgrößten Uni in Deutschland. 1810 wurde sie allerdings geschlossen, auch weil in Göttingen große Konkurrenz entstanden war.

Nun - die Georgia Augusta wäre ohne Göttingen sicher eine andere. Universität und Stadt haben schon immer voneinander profitiert. Ein schönes Beispiel dafür sind die Göttinger Kupfer. Wie hier andere Berufszweige - die Kupferstecher und Drucker - und nicht zuletzt auch die Stadt Göttingen durch eine Mode unter Studenten bekannt werden, daran erinnert die Geschichte „Der Freundschaft ein Denkmal gesetzt“ von Claudia Krell. Veröffentlicht wurde die Geschichte im Magazin Faktor, in der ersten Ausgabe des vergangenen Jahres.

Weiterlesen: 2013 - Claudia Krell: Der Freundschaft ein Denkmal gesetzt