Kann man Literatur leben?

Laudatio von Dr. Achim Block für die Preisträgerin des ersten Preises Anja Danisewitsch

20180203 011In der Zeitschrift Faktor 3 /2017 hat Anja Danisewitsch dem Göttinger Germanistikprofessor Heinrich Detering einen Artikel gewidmet. Der Autorin gelingt es, den berühmten Literaturwissenschaftler und wachen Zeitgenossen in seiner ihm eigentümlichen Einheit darzustellen.

Kann man Literatur leben? heißt die Titelfrage und benennt damit zugleich das Element, das Deterings Beruf und Leben bestimmt: die Dichtung.

Schon als Student hat sich Detering im weitesten Sinn mit Literatur nicht nur beschäftigt, sondern selbst Texte und Gedichte geschrieben, Lyrik als Lebenselixier. Was seine Vorlesungen und Vorträge so attraktiv macht, dass ihm die Zuhörer jeden Alters zuströmen, ist die eigene Begeisterungsfähigkeit für die Sache, die er darstellt.

Weiterlesen: 2018 - Platz 1 Anja Danisewitsch

Die Mutter der Reformation - Herzogin Elisabeth von Brandenburg - eine Powerfrau des 16. Jahrhunderts

Laudatio von Claudia Weitemeyer für den 2. Preis 2018 an Ulrich Drees und Shahin Nowak

20180203 009Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebes Kuratorium der Alexander Stiftung, liebe Gäste, liebe Preisträger des diesjährigen Alexanderpreises!

Es ist mir eine große Ehre, heute als Neuling in der Jury der Alexander Stiftung bereits eine Laudatio für einen der Preisträger zu halten. Ich habe mich über die Einladung in dieses Gremium sehr gefreut und bedanke mich an dieser Stelle für das Vertrauen des Kuratoriums.

Meine Damen und Herren, haben Sie schon mal jemanden sagen hören: Das ist aber ein echter Powermann? Männer gelten von jeher als kraftvoll und stark. Erfolg im Beruf und ganz allgemein im Leben traut man dem Mann per se zu. Im Duden werden Sie zum „Powermann“ gar keinen Eintrag finden. Und eine Powerfrau? Wissen.de definiert sie als „emanzipiert, energisch handelnd und in vielen Lebensbereichen erfolgreich“.

Weiterlesen: 2018 - Platz 2 Ulrich Drees / Shahin Nowak

Frei in der Zelle - Die Wandmalereien von Julius Klingebiel

Laudatio von André Schüller zum 3. Preis an Heidi Niemann

Sehr geehrte Damen und Herren,

20180203 005ich bin jetzt seit ca. 6 Jahren hier in Göttingen. Wenn mich jemand fragt, was wichtige Themen in Göttingen sind, dann ist man relativ schnell bei drei Oberbegriffen: Kultur, Universität und Immobilien. Alle drei große Themen in dieser Stadt, neben vielen, vielen anderen.

In dem von mir zu besprechenden Artikel geht es um Teilbereiche dieser Oberbegriffe. Lassen Sie mich beginnen mit dem Thema Immobilie. 2320 m² Nutzfläche auf einem 9000 m² großen Grundstück in ruhiger Lage am südlichen Stadtrand von Göttingen. Nein, keine Anzeige bei Immoscout, sondern eine Liegenschaft im Tonkuhlenweg 23, welche sich im Eigentum des Landes Niedersachsen befindet. Das Gebäude sieht aus wie eine Festung mit meterhohen Mauern umgeben. Es handelt sich um das sogenannte „Feste Haus“, welches 1909 als zusätzliche Einrichtung der damaligen königlichen Landesirrenanstalt zu Göttingen erbaut wurde. Das Land Niedersachsen steht nun vor der Frage, wie diese Immobilie genutzt werden könnte.

Der zweite Bereich – Kultur – bezieht sich in dem zu ehrenden Artikel auf ein Kunstwerk von internationaler Bedeutung. Es handelt sich um ein sogenanntes Werk der Outsider-Kunst. Konkret geht es um die Raumausmalung der Zelle 117 des Julius Klingebiel. Dieser war als psychisch Gestörter 12 Jahre lang in dieser Zelle eingesperrt. Dort bemalte er sämtliche Wände mit verschiedensten Graphiken und Zeichen mit selbst hergestellter Farbe.

Weiterlesen: 2018 - Platz 3 Heidi Niemann